Alle, die schon bei mir Unterricht hatten, wissen wieviel und wie oft ich Pause mache mit den Pferden. Pferde können sich nur eine gewisse Zeitspanne konzentrieren und wir müssen ihnen immer wieder die Möglichkeit geben, das gerade Gelernte zu verarbeiten. Machen wir gymnastizierende Übungen dann müssen wir den Muskeln zwischendrin immer wieder Zeit lassen zum Entspannen. Manche Pferde benötigen mehr Pausen, andere weniger. Oft komme ich in Erklärungsnot wenn ich bei einer Unterrichtseinheit von 45-60 min so viele und oft lange Pausen mache, denn beim Reitunterricht ist das ja eher ungewöhnlich! Das Warten auf das Pferd ist oft auch eine tolle Übung für uns ungeduldige Menschen 😉 Aber die Besitzer merken schnell wie gut die Pause Ihrem Pferd tut und wieviel schneller die Pferde im Endeffekt lernen und bereit sind mit zu machen. Pausen motivieren unser Pferd, sie sind bereit für die nächste Einheit und sie lernen schnell, wenn sie sich anstrengen, gibt es bald wieder eine Pause. In den Pausen haben die Besitzer auch mal die Möglichkeit ihr Pferd zu beobachten, sie lernen die Zeichen der Entspannung lesen. Ein Augenblinzeln, ein Schlecken der Lippen, ein tiefer Schnaufer. Das sind nur einzige Zeichen der Entspannung. Es ist aber wichtig, dass wir diese Zeichen kennen. Denn nur ein entspanntes Pferd kann auch etwas lernen. Ein angespanntes Pferd kann nicht lernen, da es mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist. Pausen zu machen lohnt sich, das Lernen wird so viel effizienter und nachhaltiger!

Betreiben wir mit unserem Pferd „Sport“ und trainieren effektiv die Muskulatur des Pferdes, dann benötigt das Pferd sogar eine längere Pause. Am besten 48h, denn so lange braucht die Muskulatur um sich zu regenerieren und zu wachsen. Fangen wir früher mit dem Training an  und lassen den Muskeln nie die Regenerationszeit, dann ist das Training meist umsonst. In manchen Fällen kann der Muskel bei fehlenden Ruhepausen sogar atrophieren. Wenn uns also der Muskelaufbau des Pferdes am Herzen liegt, dann machen wir auch mal einen Tag Pause, gehen mit dem Pferd vielleicht spazieren und machen einen ganz gemütlichen Ausritt.

Alfonso Aguilar widmet in seinen Buch ein ganzes Kapitel über die Pausen und er schreibt hier einen schönen Satz, den ich gerne mit Euch teilen möchte: „Die Stille zwischen den Noten macht die Musik“!

In diesem Sinne … genießt Eure Pause und beobachtet mal Euer Pferd dabei 🙂